«Empörung ist der erste Schritt
zur Veränderung»

Margrit Gottlieb

Projektgebiete

PRO INDIGENA arbeitet in zwei Projektgebieten der Grenzregion Mexiko und Guatemala, welche sich in den letzten Jahren kontinuierlich ausgedehnt haben. Heute umfasst unsere Projektarbeit rund 60 mexikanische und guatemaltekische Dörfer.
Das Ziel der unterstützten Projekte ist die Verbesserung der Lebensverhältnisse, vor allem im Bereich der Basisgesundheit, der Hygiene und Ernährung. PRO INDIGENA plant und realisiert keine eigenen Projekte, sondern reagiert auf Anfragen lokaler Organisationen, die für die Realisierung ihrer Pläne Unterstützung suchen. Wir unterstützen sowohl finanziell als auch mit fachlicher Beratung und Begleitung.

Die Partizipation ist die Voraussetzung, damit sich die Beteiligten für die Projekte selbst verantwortlich fühlen und ihre jeweiligen kulturellen Wertvorstellungen und Interessen aktiv einbringen. Wir setzen auf Eigeninitiative, Eigenverantwortung und die Nutzung lokal verfügbarer Ressourcen (Material, Wissen und Technologie).

Grenzregion Comitán, Chiapas (Mexiko)

Die Bevölkerung umfasst verschiedene indigene Ethnien und viele ehemalige Gewaltflüchtlinge aus Guatemala. Seit 2004 koordiniert PRO INDÍGENA die Zusammenarbeit mit den indigenen Gemeinden in dieser Region.

Projektgebiet Chiapas, Mexiko

Grenzregion Guatemala

Die Dörfer im angrenzenden gebirgigen Hochland Guatemalas sind sehr abgeschieden. Die Menschen, die der Maya-Ethnie Chuj angehören, leben oft in grosser Armut. Gemeinsam ist ihnen auch die schreckliche Vergangenheit des Bürgerkriegs, der insbesondere in den 80-er Jahren zu brutalen Massakern ausartete. Die empirischen Hebammen und die lokalen Gesundheitspromotoren sind traditionell die wichtigsten Stützen der ländlichen Gesundheitsversorgung, erfahren jedoch keinerlei Unterstützung vonseiten der guatemaltekischen Gesundheitsbehörden. Seit 2014 engagiert sich PRO INDIGENA schwerpunktmässig in diesem Gebiet.

Projektgebiet Guatemala

Projektteam vor Ort

Dr. Luís Aquino Maldonado

Dr. Luís Aquino Maldonado ist Kopf und Herz der Projekte. Er koordiniert als Hauptverantwortlicher vor Ort alle Projekte und beeindruckt mit seinem grossen Überblick über das Ganze und einer gleichzeitigen enormen Detailkenntnis. Er arbeitet als Projektarzt, führt alle Ausbildungskurse der Hebammen durch und ist auf die Gesundheit der Frauen spezialisiert. Mit einer unglaublichen Empathie begegnet er den Problemen, Wünschen und Sorgen der indigenen Bevölkerung. Luís ist Mexikaner, gehört der indigenen Ethnie Zapoteco an (Region Oaxaca) und wohnt in Comitán, wo er seit bald 40 Jahren die arme Bevölkerung Mexikos sowie die guatemaltekischen Flüchtlinge als Arzt unterstützt und begleitet und in Promotoren- und Hebammenkursen ausbildet.

José Caralampio Díaz Esteban

José Caralampio Díaz Esteban ist diplomierter Krankenpfleger und Dentalpromotor. Während des Bürgerkriegs in Guatemala lebte er 13 Jahre lang in einem Flüchtlings-Camp in Chiapas, Mexiko. Dort wurde er zum Zahnarztassistenten ausgebildet und lernte auch Dr. Luis kennen. Seit 20 Jahren ist er zurück in Guatemala und hat eine Ausbildung als Krankenpfleger absolviert. Er weist eine grosse medizinische Erfahrung im Einzugsgebiet unseres Projektes auf, wo er seit 20 Jahren tätig ist. José spricht Jacalteco (einheimische Maya-Sprache) und gehört der Ethnie Poptí an. Er wohnt in Chaculá, einer grösseren Ortschaft in der guatemaltekischen  Grenzregion. Im Projektgebiet Guatemala ist er zuständig für die Ausbildung der Gesundheitspromotoren, die Verbesserung der Wohnhäuser, Bau von Latrinen, das Anlegen von Gärten und unterstützt die Umsetzung der Trinkwasserprojekte.

Jesús Montejo Silvestre

Jesús Montejo Silvestre wohnt auch in Chaculá, einer grösseren Ortschaft in der Projektregion Guatemala und spricht die örtliche Maya-Sprache Jacalteco. Ursprünglich hat er die Ausbildung zum Primarlehrer bei den Jesuiten im Collegio Lassalle in Huehuetenango absolviert. Anschliessend wurde er zum Técnico dental ausgebildet und hat viele weitere Zusatzausbildungen in Zahnmedizin besucht. Er leitet die Weiterbildung der jungen und erfahrenen Dentalpromotoren in seiner ruhigen, besonnenen Art. Ausserdem leistet er vorzügliche Arbeit im Zusammenhang mit den Trinkwasser- und Aufforstungsprojekten, führt auf äusserst zuverlässige Weise die Buchhaltung, betreut das Projektauto und steht als ausgezeichneter Chauffeur im Einsatz.

Bisherige Projekte

Seit 1956 ist PRO INDÍGENA, ehemals Schweizer Indianerhilfe, in Peru und später auch in Mexiko tätig. Unterstützt werden hauptsächlich Gesundheits- und Ausbildungsprojekte in Gebieten mit mehrheitlich indigener Bevölkerung. In der Regel führt PRO INDÍGENA keine werbewirksamen Katastropheneinsätze durch, sondern leistet mittelfristige Aufbauarbeit. Unsere Zusammenarbeit basiert auf Vertrauen, einem schrittweisen Vorgehen und einer kontinuierlichen Begleitung und Kontrolle. Längerfristig werden die Projekte von den lokalen Partnern eigenständig weitergeführt.

  • Projekt Mazateca

    Projektregion Mazateca, Oaxaca, Mexiko
    Ab 2007 engagierte sich PRO INDÍGENA in dieser Region. Als erstes wurde mit den Menschen der Region eine selbstbestimmte Analyse der aktuellen Probleme und Bedürfnisse erstellt. Daraus entwickelten sich zwei Hauptprojekte: Ein Bauprogramm zur Verbesserung der hygienischen und sanitären Lebensbedingungen und ein Gesundheitsprojekt. 2008 erstanden sechs Dorfgemeinschaften zusammen ein Terrain, auf dem ein Gesundheitszentrum erbaut wurde. Einerseits finden hier Ausbildungskurse für Gesundheits- und Dentalpromotoren statt, andererseits werden Sprechstunden durchgeführt Das Projekt wurde im März 2015 an die einheimische Bevölkerung übergeben. PRO INDÍGENA bleibt in Kontakt und unterstützt punktuelle Anliegen.
  • Projekt Zoque, Mexiko

    Basisgesundheitsprojekt Zoque, Chiapas, Mexiko
    1996 startete das Projekt bei den Zoques. Die verschiedenen Gemeinden wählten Gesundheits- und Dentalpromotoren, sowie traditionelle Hebammen, welche geschult wurden, um längerfristig die medizinische Grundversorgung der Bevölkerung übernehmen zu können. In den Kursen wurde schulmedizinisches Wissen, aber auch Kenntnisse über Heilpflanzenkunde vermittelt. Die Verbesserung der Hygiene und der Ernährungssituation, der Bau von Latrinen und Trinkwassertanks stellten wichtige Teilbereiche des Projekts dar. Das Projekt wurde 2004 vollständig an die einheimische Bevölkerung übergeben. PRO INDÍGENA bleibt aber in Kontakt und steht beratend zur Seite.
  • Hospital Mazahua, Mexiko

    Hospital Mazahua «Albert Schweitzer», Mexiko
    Ab 1973 begann der Aufbau des ruralen Hospital Mazahua in Santa Ana Nichi. Die Schwerpunkte lagen auf kurativer Medizin, Prävention, Ausbildung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Auf einer Lehrfarm bemühte man sich um verbesserten Getreideanbau, Schafzucht und Propagierung von Gemüsegärten. Mit dem Verkauf regionalen Kunsthandwerks unterstützte man die Frauen. Ab 1990 wurde das Projekt in Mexiko ausschliesslich von einheimischen Mitarbeitern geleitet und 1994 von der mexikanischen Organisation "Gente Nueva, Compartamos" übernommen.
  • Gesundheitszentrum Peru

    Ab 1972 betätigten sich der Freundeskreis Deutschland und die Schweizer Indianerhilfe nebst kurativer Medizin hauptsächlich mit präventiven und ausbildnerischen Massnahmen und bauten zwei Gesundheitszentren für ambulante und stationäre Patienten auf. Ab 1989 wurde der flussärztliche Dienst im Einzugsgebiet des Río Pachitea und Río Pichis in die Eigenverantwortung der ca. 50 betroffenen Siedlungen von Ashanincas, Yanesha und Cacataibo- Indianern übergeben.
  • Hospital Amazónico, Peru

    Hospital Amazónico «Albert Schweitzer», Peru
    Im Jahr 1956 bauten Freundeskreise aus Deutschland, USA, Schweiz, Holland, Schweden und Kanada unter der Initiative von Dr. Theodor Binder ein Basisspital zur Direkthilfe für bedrohte Indianer im Einzugsgebiet des Río Ucayali auf. Daneben wurde auch eine Lehrfarm betrieben. Ab 1972 funktionierte das Hospital Amazónico im Rahmen des peruanischen Gesundheitswesens.
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