ComitanDie Bevölkerung umfasst verschiedene indigene Ethnien und viele ehemalige Gewaltflüchtlinge aus Guatemala. Seit 2004 koordiniert PRO INDÍGENA die Zusammenarbeit mit den indigenen Gemeinden in dieser Region mit zwei Partnerorganisationen. Generelles Ziel ist die Verbesserung der medizinischen Versorgung – insbesondere der Mütter und Kinder – die Reduktion von Infektionsquellen sowie die Verbesserung der Lebensqualität. Der Prävention wird eine grosse Rolle zugemessen. Die hygienischen Bedingungen sollen verbessert und somit gefährliche Atemwegs- und Durchfallkrankheiten vermieden werden. PRO INDÍGENA unterstützt die Gemeinden mit dem Bau von Latrinen und verbesserten Holzkochherden, aber auch die Versorgung mit sauberem Trinkwasser. Durch die Ausbildung von Hebammen und Promotoren wird der Bevölkerung Zugang zu einer medizinischen Grundversorgung verschafft.

 

 

 

  • Ausbildung von professionellen Hebammen

    Ab 2005 wird fünf jungen Frauen aus dem Projektgebiet Comitán der Besuch der dreijährigen Hebammenausbildung in San Miguel de Allende (nordwestlich von Mexiko City) ermöglicht. Nach Abschluss der Ausbildung verpflichten sich die Hebammen während mindestens zwei Jahren in unserem Projektgebiet zu arbeiten. Seit 2010 sind die fünf professionellen Hebammen in unserem Gesundheitsprojekt in der Region Comitán integriert.

     
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  • Traditionelle Hebammen

    Insgesamt 19 traditionelle Hebammen aus 15 verschiedenen Dörfern nehmen an einem dreijährigen Ausbildungskurs teil. Dieser wird im Wesentlichen von den fünf ausgebildeten professionellen Hebammen geleitet. Die traditionellen Hebammen verfügen oft über keine fachliche Ausbildung und werden in grundlegenden medizinischen Belangen, vor allem in Hygiene geschult. Sie lernen Schwangerschafts- sowie nachgeburtliche Kontrollen von Mutter und Kind durchzuführen, Risiken zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren.

     
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  • Dentalpromotoren

    Viele Menschen in den Dorfgemeinschaften leiden unter schlechten Zähnen. PRO INDÍGENA bildet zur Zeit zwei Gruppen von Dentalpromotoren aus. Die Fortgeschrittenen sind bereits in der Lage komplexe Zahnbehandlungen durchzuführen und Prothesen herzustellen. Sie betreiben eigene Praxen, in welchen sie die Behandlungen zu einem moderaten Preis anbieten. Die Anfängergruppe wird von den fortgeschrittenen Promotoren unterrichtet. Zu ihrem Aufgabenbereich gehört die Prävention. Sie führen zahnmedizinische Untersuchungen in Schulen durch und erziehen die Kinder und ihre Eltern zu angemessener Mundhygiene, machen aber auch Extraktionen und Zahnfüllungen bei Karies.

     
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  • Gesundheitspromotoren

    In den elf am Projekt teilnehmenden Gemeinden werden ein bis zwei kompetente Gesundheitspromotoren durch einen Arzt ausgebildet. Sie sollen dazu befähigt werden, einfache Wundversorgungen auszuführen, die wichtigsten Krankheiten zu erkennen und zu behandeln. Ausserdem lernen Sie, den Schweregrad einzuschätzen, um nötigenfalls die Patienten ins Spital einzuweisen. Ihre Ausbildung besteht aus monatlichen Treffen zu klar definierten Themen, z.B. Kennenlernen der wichtigsten Medikamente, Dosierung und Anwendung. Die Anwendung der Kenntnisse in der Wohngemeinde als «Samariter» wird unterstützt von den Strukturen des staatlichen Gesundheitsdienstes. Jeder Promotor hat Zugang zu Lehrmaterial für das Selbststudium.

     
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  • Latrinen und Holzkochherde

    Im Wohngebiet «La Gloria» werden 30 Latrinen und 46 rauchfreie Holzkochherde erstellt. Die Wohnhäuser stehen relative nahe beieinander. Deshalb werden anspruchsvollere Latrinen mit einem septischen Tank gebaut. Sie haben den Vorteil, dass die flüssigen und festen Fäkalien getrennt werden und der Inhalt des Tanks zu einem späteren Zeitpunkt geleert werden kann.

     
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  • Bewässerungsprojekt «Loma Linda»

    Dank intensiven Verhandlungen gelang es der Gruppe «Mayobej» in Loma Linda Land zu kaufen, wovon sich 40 ha für den Anbau von Kulturen eignen. Geplant ist nun ein Bewässerungsprojekt mit gebohrtem Brunnen, Windmotor zum Heben des Grundwassers, ein Tank oder Reservoir und ein Verteilnetz zur Bewässerung der Kulturen (Mais). In einer zweiten Etappe sind der Anbau von Obstbäumen und Gemüse sowie die Haltung von Kleintieren vorgesehen.

     
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  • Projektpartner

    1998 wurde die NGO RESIDES (Redes de Salud Integral y Desarrollo Sustentable) als Ausdruck des Willens und der Motivation der indigenen Gemeinschaften gegründet, die Zukunft selbst zu gestalten. Der Organisation gehören etwa 140 Personen aus verschiedenen Gemeinden an. Ebenso entstand die Organisation PROSECO (Promoción de Servicios Comunitarios), die sich als Erste der aktiven Unterstützung der guatemaltekischen Flüchtlinge widmete. Diese beiden Organisationen koordinieren die Umsetzung der von PRO INDÍGENA finanzierten Projekte.