GuatemalaDie Dörfer im angrenzenden gebirgigen Hochland Guatemalas sind sehr abgeschieden. Die Menschen, die der Maya-Ethnie Chuj angehören, leben oft in grosser Armut. Gemeinsam ist ihnen auch die schreckliche Vergangenheit des Bürgerkriegs, der insbesondere in den 80-er Jahren zu brutalen Massakern ausartete. Die empirischen Hebammen und die lokalen Gesundheitspromotoren sind traditionell die wichtigsten Stützen der ländlichen Gesundheitsversorgung. Vonseiten der guatemaltekischen Gesundheitsbehörden findet jedoch keine kontinuierliche Ausbildung dieser Gesundheitshelfer/innen statt. Deshalb besuchten einige Hebammen der guatemaltekischen Nachbarprovinz Huehuetenango die von PRO INDÍGENA finanzierten Ausbildungskurse in Comitán, Chiapas. So kam der Wunsch auf, auch in ihrer Region Kurse anzubieten. Es kristallisierte sich bald heraus, dass die Schwerpunkte der Unterstützung die Mutter-Kind-Gesundheit und die Entwicklung der Gemeindegesundheit sein sollen. Seit 2014 engagiert sich PRO INDÍGENA für die kontinuierliche Ausbildung von Hebammen sowie Promotoren in Guatemala.

 

 

  • Traditionelle Hebammen

    Das Mutter-Kind-Programm in Guatemala sieht die Ausbildung von insgesamt 120 Hebammen aus rund 30 Dörfern vor. In den Kursen wird ihnen grundlegendes medizinisches Wissen im Bereich der Geburtshilfe und Hygiene vermittelt. Sie lernen Schwangerschafts- sowie nachgeburtliche Kontrollen von Mutter und Kind durchzuführen, Risiken zu erkennen und angemessen darauf zu reagieren. Als wichtiger Teil der Kurse werden der Erfahrungsaustausch zwischen den Hebammen und die Fallbesprechungen mit professioneller Unterstützung des Arztes geschätzt. Zur Qualitätssicherung werden die Hebammen von einer professionellen Hebamme regelmässig in ihren Dörfern besucht und bei ihrer Arbeit begleitet. Bedarf melden die Hebammen zudem in Bezug auf die adäquate Ausrüstung mit Material und Instrumenten an.

     
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  • Gesundheitspromotoren

    Die Gruppe der aktiven allgemeinen Gesundheitspromotoren umfasst rund 40 Personen, welche aus 21 Dörfern stammen. Da das Gesundheitssystem auf dem Land regelrecht zusammengebrochen ist, sind sie die Einzigen, welche für die Kranken da sind. In den Ausbildungskursen werden sie geschult in medizinischem Grundwissen, dem Erkennen und Behandeln der wichtigsten Krankheiten und dem Umgang mit Medikamenten. Sie lernen das Verabreichen von intramuskulären Injektionen sowie die Anwendung von Infusionen und die Ausführung von einfachen Wundversorgungen. Es bestehen bereits Pläne, mit einem Ambulatorium und einer kleinen Apotheke einen Gesundheitsdienst für alle einzurichten.mit den wichtigsten Medikamenten befindet sich im Aufbau.

     
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  • Dentalpromotoren

    Rund 22 Dentalpromotoren sind in der Grenzregion tätig. In Bulej und in Chaculá sind heute zwei einfache elektrische Bohrer vorhanden, die mit einem Kompressor funktionieren. In Yukultak fehlt eine solche Einheit noch und ist dringend notwendig. Die Promotoren möchten gerne ihre Arbeit verstärken und ihren Service ausbauen. Dazu braucht es vor allem den Kauf von Verbrauchsmaterial für die Füllungen und Verbesserungen bei den Einrichtungen und deren Unterhalt. Die beiden bestehenden einfachen Einrichtungen sollen ausgebaut und ein zahnärztlicher Service mit festgelegten Öffnungszeiten aufgebaut werden.